gustaf nagel – ich komme zu euch in friden

von bjo:rn

Von den ersten Propheten weiß man nachweislich schon seit Jahrtausenden, mindestens 18 Jahrhunderte vor jenem jungen Mann aus Nazareth, der wohl bis heute die nachhaltigste Wirkung von allen Wanderpredigern haben sollte. Sendboten Gottes und einer gottgleichen Idee gab es vielerorts zu allen möglichen Zeiten. Sie nannten und verstanden sich als Seher, Druiden, Jünger, Künder, Auguren oder Apostel. War man nicht unterwegs, wohnte man an exponierter Stelle, auf Bergen, Inseln, in Türmen, Höhlen, abgelegenen Hütten und später auch in Klöstern und anderen Gottesbauten – mal ganz karg und mal ganz prächtig, selten etwas dazwischen. Der Übergang zu Visionären und Spökenkiekern war hierbei oft fließend. Mit dem Bau von besagten Häusern wurde man heimisch, und das wandernde Prophetentum kam in die Krise.

Dies änderte sich schlagartig, als vor etwas mehr als 100 Jahren die Industrialisierung mit allem Wohl und Weh über die Menschheit kam. So mancher holte damals den Lendenschurz seiner Vorfahren aus dem Schrank, zupfte noch schnell den Kohlrabi aus dem Gemüsebeet und entfloh der miefigen Stadtluft. Einer von ihnen beendete am 15. Februar 1952, also vor genau 60 Jahren, seine Reise auf dieser Welt. Grund genug, sich sein Leben einmal genauer anzuschauen…

„Vaters“ Hundertster – eine andere Art von Festschrift für olka (Erich Scholz)

Rezension von rosé

 

In diesem Jahr wäre der Jugendbewegte olka (Erich Scholz) einhundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlaß gaben mehrere seiner Kameraden aus den Nachkriegsjungenschaften einen Sammelband zu seiner Person heraus. Olka, dem wir so viele Lieder verdanken und der einen bedeutenden Anteil hatte am Leben der Nachkriegsjungenschaften. Er, der scheinbar ein besonderes Gespür für die „Generation ohne Väter“ hatte: „Wir suchten nach Vätern, die uns persönlich vielfach verwehrt geblieben waren. Manche boten sich an, zumeist aber mit der Vorstellung, Führungspositionen und Führungsideologien der zwanziger Jahre fortführen zu können. Das Konzept, bündische Gemeinschaft und offene Gesellschaft miteinander zu versöhnen, so wie es auf dem Meißner 1963 vorgetragen wurde, war nicht einfach zu vermitteln. Einer, dem es sofort und unmittelbar einleuchtete, war olka. Er hatte keine Führungsambitionen mehr, er instrumentalisierte uns nicht, er inspirierte, er half.“ (Roland Eckert und Horst Zeller, S.16) Über ihn also schrieben einige seiner Kameraden, wohl zum Teil auch Freunde, ein kleines Büchlein.

Vom Preis der Meinungsfreiheit

volkskammerwahl-1950Heute vor 60 Jahren, am 5. Oktober 1950, wurde der spätere Gildenbruder Karl Miertschischk wegen oppositionellen Verhaltens in der DDR verhaftet und zu 25 Jahren Zwangsarbeit in der Sowjetunion verurteilt.

Eine Erinnerung an oppositionelle Jugendliche in der frühen DDR

Freiheit bricht sich Bahn

von Thies

1996 schreibt Karl Otto Hondrich in der Zeitschrift „Der Spiegel“ über die Wächter des Wertkonsens:

feuer„Ihr Zorn richtet sich nicht so sehr auf diejenigen, die dem Wertkonsens den Kampf ansagen. Denn mit den erklärten Gegnern teilen sie ja zumindest ein Wertengagement. Deswegen verstehen Marktwirtschaftler Marxisten, Linke verstehen Rechte – und brauchen einander. Ihr schlimmster gemeinsamer Feind aber sind die Wahrheitssucher, die nach dem jeweils herrschenden Konsens nicht fragen.“ …

9. November 1989 – Von zweien, die auszogen …

einvolk…, die Freiheit zu suchen.

Vor nunmehr zwanzig Jahren fand ein entzweites Volk zusammen, und beiderseits der Mauer erhob man sich, das Trennende zu überwinden. Wir möchten die Erinnerungen zweier Jugendbewegter wiedergeben, die einen Blick auf die Motivation dies- und jenseits der Mauer möglich machen. Daß sich beide dank eines vereinten Deutschlands begegnen sollten, ist allerdings eine andere Geschichte. Aller Anfang war hier wie da die Tat! …

Harro Schulze-Boysen: Zum 100jährigen

hsb

Am 02.09.2009 wäre der als einer der Köpfe der sogenannten “Roten Kapelle” bekannt gewordene Harro Schulze-Boysen 100 Jahre alt geworden. In der DDR als kommunistischer Antifaschist gefeiert, in der früheren Bundesrepublik als Sowjetspion verschrien, widmet sich dieser Rückblick einer anderen Phase seines Lebens: seiner jugendbewegten Vergangenheit.

Ein Beitrag von rosé

“Wir sollten den Mut haben, ganz offen zu bekennen, daß uns die Frontstellungen “Rechts gegen Links”, “National gegen International”, “Bourgeoisie gegen Prolet” zu farblos und unwesentlich sind. Warum? …

Mainzer Gildentag: Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel!

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von Isa

Freitagabend, Taunus. Stille liegt über der Landschaft, hier, am Ende eines kleinen Dorfes, direkt am Waldrand; die Art von Stille, die wie eine Heimkehr ist, wenn man den Lärm der Großstadt gewöhnt ist. Eine Heimkehr aufs Land, zu sich selbst, zu Freunden. Gleichzeitig ist es angenehm kühl nach der Sommerhitze zwischen Pflastersteinen und Beton.
Ein lauer Sommerabend, freundliche Gesichter, ein brennender Grill, gemeinsames Abendessen: schön, sich wiederzusehen oder sich kennenzulernen; Streß, Hektik und Spannung fallen ab. Ein Wochenende Kraft sammeln für den neuerlichen Alltag!

Iran: aus aktuellem Anlaß

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Published on: 4. Juli 2009

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In den Bergen wohnt die Freiheit!

„[…]Wenige Zeit später gehen wir das letzte Stück auf einem einfacheren Weg über Geröll zum Gipfel. Kaum befinden wir uns über den höchsten Wegen, fordert mich ein Mädel aus der Gruppe auf, „die Freiheit“ zu genießen. Ich verstehe nicht gleich, was sie damit meint, da fordert sie mich auf, es ihr gleichzutun und mein Kopftuch abzunehmen. Ich mache wohl ein so verdutztes Gesicht, daß uns Achmed sofort erklärt: „In den Bergen wohnt die Freiheit!“ Wir bräuchten uns wegen des Kopftuches keine Sorgen zu machen. Hier oben gebe es keine „Sittenpolizei“ mehr, und er werde mir schon sagen, wann ich es wieder aufsetzen solle. […]

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