Das Denkmal des Getreuen

“Seine Hülle begruben wir in Woltersdorf mit soldatischen Ehren.”

Die Ikone der frühen Jugendbewegung malte ein Künstler, der bei der Entstehung des „Lichtgebetes“ (1908) stattliche 40 Jahre zählte. Zur Zeit des Hohen Meißners war er der Jugendbewegung also allemal entwachsen, seine privaten Wanderjahre hatten in einer beschaulichen Villenkolonie nahe Berlin ein Ende gefunden. Als Hugo Höppener wurde er in Lübeck geboren und zog über München nach Höllriegelskreuth, wo er von seinem Lehrer den Namen „Fidus“ (der Getreue) erhielt. Er unternahm zahlreiche Reisen in alle Ecken Europas, nicht zu vergessen seine Besuche der Künstlergemeinde Monte Verità in Ascona. Nach einigen Jahren in Berlin verschlug es ihn in die Woltersdorfer Villenkolonie Schönblick, wo er ein Haus nach eigenen Entwürfen errichten konnte.

Andere Projekte aus seiner Feder blieben Utopie. Retrospektiv erscheint seine Biografie und sein Gesamtwerk in vielerlei Hinsicht aus einer fernen, fremden Welt zu stammen. Doch genau diese Andersartigkeit begeisterte die Jugend seiner Zeit, einer Zeit der Apostel, Verkünder und Jünger. Seine Werke versinnbildlichen auf exemplarische Weise jene aus der Moderne geborenen Reformbewegungen mit ihren unterschiedlichen und durchaus widersprüchlichen Strömungen, für die Fidus “ihr” Künstler war.

Unweit seines einstigen Hauses liegt Hugo alias Fidus heute begraben. Sein Holzkreuz scheint die letzten 60 Jahre gut überstanden zu haben. An anderen Zeugnissen wie seinem Relief für das örtliche Weltkriegsdenkmal hat der Zahn der Zeit deutlicher genagt. Der Woltersdorfer Verschönerungsverein (WVV) bittet aus diesem Grund um Spenden zur Rekonstruktion. Um den Fidus-Dreiklang (Haus-Grab-Denkmal) zu erhalten, möchten wir diesen Aufruf hier zitieren:

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Ein Woltersdorfer Denkmal schreit um Hilfe

Seit 25 Jahren kämpft der Woltersdorfer Verschönerungsverein (WVV) um den Erhalt des Denkmals, das an die gefallenen Woltersdorfer Soldaten im Ersten Weltkrieg erinnert. Seit 2004 steht das vom Woltersdorfer Künstler Hugo Höppener (besser bekannt als Fidus) im Jahre 1926 geschaffene Mahnmal auf der Denkmalliste des Landes Brandenburg. Doch auch das hilft nichts. Für den Erhalt ist kein Geld da. Provisorische Maßnahmen wie ein vom WVV montiertes Zinkdach sollen den Verfall stoppen, und trotzdem droht das Mittelrelief zu zerfallen. Deswegen rufen nun der Woltersdorfer Verschönerungsverein und Kümmels Anzeiger gemeinsam zu einer Spendenaktion auf.

Das Denkmal fristet heute ein Mauerblümchendasein an der Schleusenstraße, unmittelbar neben der „Papierbank“. Die Sanierung kostet laut Gutachten 65.000 Euro. Der Gemeinde Woltersdorf fehlt dafür das Geld, Fördermittel wurden trotz vieler Anträge vom Land Brandenburg nicht bewilligt.


Daher nun der Aufruf an das bürgerschaftliche Engagement der Woltersdorfer und alle anderen, die nicht möchten, dass dieses Denkmal zerfällt.


Der Woltersdorfer Verschönerungsverein und der Herausgeber von Kümmels Anzeiger, Michael Hauke, bitten um finanzielle Unterstützung. Dafür wurde bei der Gemeinde Woltersdorf ein Spendenkonto eingerichtet. Jede Spende hilft, dieses historische nationale Kulturgut zu retten, egal ob kleinere oder größere Beträge.

Bitte teilen Sie der Gemeinde parallel zu der Spende Ihren Namen und Ihre Anschrift mit, damit ein Zuwendungsbescheid für das Finanzamt ausgestellt werden kann.

Die Kontoverbindung lautet:
IBAN: DE11 17055050 2008315161
Bank: Sparkasse Oder-Spree
Kontoinhaber: Gemeinde Woltersdorf
Verwendungszweck: Spende Denkmal 1. Weltkrieg

Im Interesse des Ortes danken wir Ihnen ganz herzlich für Ihre
Unterstützung.

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Aufruf des Woltersdorfer Verschönerungsvereins
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