zwölfdreizehn schnipseleien | januar 13

januar 1813

Dänischer Staatsbankrott

Die Auswirkungen der Französischen Revolution und die napoleonische Europapolitik hinterließen auch in neutralen Staaten ihre Spuren. Das Königreich Dänemark, welches zu diesem Zeitpunkt auch die Herzogtümer Schleswig und Holstein, die Hochseeinsel Helgoland sowie Norwegen, Island und die Faröer Inseln umfaßte, mußte am 5. Januar 1813 seinen Staatsbankrott erklären. Im Zuge dessen kam es zu landesweiten Schließungen von Banken. Dem dänischen Staat hatten insbesondere die Kontinentalsperre des Jahres 1806, die Englandkriege ab 1807 und die Unterbringung der pro- und später antifranzösischen Truppen geschadet, welche letztlich den Handel zum Erliegen brachten. Die sich an den Staatsbankrott anschließende Währungsreform führte zu einer Entwertung des privaten und staatlichen Vermögens um mehr als 80%. Zudem wurde allen Immobilienbesitzern eine direkte Abgabe von 6% in Silber abverlangt. Wer dies nicht zahlen konnte, mußte mit einer Zwangsversteigerung seines Besitzes rechnen. Da der neue Rigsbankdaler in der Bevölkerung kein Vertrauen genoß, florierte der Schwarzmarkthandel mit alternativen Bezahlungsmitteln.

Buchempfehlung für die Zeit danach:

Dieter Kienitz, Der Kosakenwinter in Schleswig-Holstein 1813/14, Boyens Buchverlag, Heide 2000

 

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Die Sammlung der patriotisch gesinnten Militärführer

 

Napoleon hielt sich seit dem 18. Dezember 1812 in Paris auf, um seine eigene Herrschaft zu stabilisieren und ein Ersatzheer für das Jahr 1813 aufzustellen. In einer Erklärung an die Franzosen wurden der “Verrat des Generals Yorck” und die “ungewöhnliche russische Kälte” für das “unglückliche Jahr 1812″ verantwortlich gemacht. Doch das Jahr 1813 würde die Wende bringen. Das sahen die Mitglieder der preußischen Militär-Reorganisationskommission um Scharnhorst und Gneisenau in ihren Plänen ebenso. Der preußische Hof in Breslau fühlte sich dagegen weiter als Verbündeter Napoleons und verurteilte die Handlung Yorcks. Trotzdem verfügte Scharnhorst, in seiner Funktion als Generalstabschef der Preußen, im Januar 1813 die Sammlung der patriotisch gesinnten Militärführer nach Breslau zur Vorbereitung einer Erhebung gegen Napoleon. Auch der Major ohne Kommando, von Lützow, erhielt diesen Marschbefehl. Er gehörte zu den in einem Geheimplan ausgewählten Offizieren zur Führung eines Kleinkrieges im rückwärtigen Gebiet des Feindes.

 

Früher Lichtbogen, heute Mondkrater

 

Am 17. Januar 1813 entdeckte der britische Chemieprofessor Sir Humphry Davy den Lichtbogen. Er beobachtete vor 200 Jahren, daß ein solcher Bogen entsteht, wenn man durch zwei Kohlestäbe Strom von ausreichend hoher Spannung fließen läßt und diese dann von einander entfernt. Das Licht wird durch überspringende glühende Kohleteilchen erzeugt, daher wird der Bogen auch Kohlelichtbogen genannt. Auch wenn seine Arbeit der wichtige Grundstein für die Entwicklung elektrischer Lampen war, ist sein Name heute weitestgehend unbekannt, ganz im Gegensatz zu seinem Assistent Michael Faraday und seinen Bekannten und Zeitgenossen André-Marie Ampère und Alessandro Volta. Lediglich der Davy Mondkrater trägt heute seinen Namen.

 

Quelle: Die große Chronik-Weltgeschichte Bd. 12. Neuordnung Europas und Restauration oder auch digital

 

 

januar 1913

Abstinentes Studententum

Anfang 1913 waren freistudentische, reformierte und jugendbewegte Verbindungen keine Seltenheit mehr, auch wenn sie im Vergleich zu traditionellen Studentenverbindungen eine marginale Erscheinung blieben. Dennoch gelang es diesen Gruppen (u.a. Deutscher Bund abstinenter Studenten, Akademische Vereinigung, Akademische Gemeinschaft, Deutsche Akademische Freischar, Freistudenten, Freibund, Freiland) insbesondere durch ihre strikte Abstinenz, sich vom korporativen Verbindungswesen abzuheben sowie eigenen Stil und eigene Formen zu entwickeln. Einen entscheidenden Bruch zwischen herkömmlichen und reformierten Verbindungen manifestierten die Kaiserkommerse vom 27. Januar 1913, zu deren Anlaß man sich allerorten kräftig betrank und die anwesenden abstinenten Studenten spürbar ausgrenzte. Die diffamierten Bünde und Studenten orientierten sich fortan verstärkt Richtung Reform- und Wandervogelbewegung, eine Entwicklung, die auf dem Meißner durch die Ausrufung der Freideutschen Jugend ihren Höhepunkt fand.

Der Einigungsbund wächst – Der AWV bleibt eigenständig

5. Januar 1912: Der Steglitzer Wandervogel e.V. geht in dem Bund Wandervogel e.V., Bund für deutsches Jugendwandern (E.V.) auf, wie es schon am 29. Dezember 1912 beschlossen wurde. Zeitgleich löst sich der Wandervogel, Deutscher Bund für Jugendwanderungen (DB) auf einem gemeinsamen Bundestag mit dem Wandervogel e.V. (E.V.) auf und tritt dem E.V. bei. Zusammen mit den „geeinten“ Teilen des Alt-Wandervogels (AWV), die ca. zwei Drittel des Gesamtbundes ausmachen, vereinigt der Einigungsbund damit den Großteil der Wandervögel in einem Bunde. Der zum Zwecke der Einigung gegründete Verband deutscher Wandervögel wird in Folge liquidiert. Lediglich das Verbandsblatt „Gelbe Zeitung“ wird mit einer Auflage von 25.000 weitergeführt.

19. Januar 1913: Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des AWV in Hannover beschließen die verbleibenden Reste des AWV ihre Eigenständigkeit zu wahren und nicht dem Einigungsbunde beizutreten. Stattdessen soll wieder eine eigene Zeitung herausgegeben werden. (Alt-Wandervogel, Monatsschrift für Jugendwandern)

Quelle: Kindt, Werner; Dokumentation der Jugendbewegung II; Der Wandervogel; 1968 Köln

Pfadfinderinnenblätter

Ab Januar 1913 gab es in der seit einem Jahr erscheinenden Zeitschrift „Der Pfadfinder“ des Deutschen Pfadfinderbundes (DPB) eine vierseitige Beilage namens „Die Pfadfinderin“ . Diese für zusätzliche 90 Pfennige per anno extra zu bestellende Beilage blieb bis ins Jahr 1920 bestehen, ehe sie in eine eigene Seite der Pfadfinderzeitschrift umgewandelt wurde.

Quelle: Piet Strunk, Die Pfadfinder in Deutschland, 1909 – 2009, novum pro 2010, Seite 203

Ehrengerichtliche Vermittlung zwischen Pfadfinderführern und General von Jacobi

Im Januar 1913 waren die Pfadfinderführer Alexander Lion und Carl Freiherr von Seckendorff zu einem Offizier-Ehrengericht geladen. Anlaß des Treffens waren die Anfeindungen des Generals von Jacobi gegenüber den Pfadfinderführern und der dank ihres Einsatzes erstarkenden Pfadfinderbewegung. In einer Schmähschrift warf der General den Herren Lion, von Seckendorff und Bayer unter anderem Mangel an Vaterlandsliebe, Königstreue und religiösen Empfindungen vor. Am 21. Januar kam es durch die Vermittlung des Ehrenrates zu einem schriftlichen Ausgleich der Streitparteien, infolgedessen die Verteilung der ehrverletzenden Broschüre eingestellt wurde.

Quelle: Stephan Schrölkamp, Gründerväter der Pfadfinderbewegung, 2004 Baunach, u.a. Seite 52

Ehrengerichtliche Untersuchung gegen Hans Paasche

Anfang 1913 fand gegen den Marineoffizier Hans Paasche eine ehrengerichtliche Untersuchung statt. Ihm wurde vorgeworfen, nach einem Vortrag der Pazifistin Anna Eckstein einem Diskussionsteilnehmer seine Kriegserlebnisse in Afrika geschildert zu haben, worin zur Sprache kam, daß ihm ein Orden einzig wegen der Ermordung von Menschen verliehen worden war – was sein Gewissen belasten würde. Da dem Ehrengericht seitens mehrerer Besucher der Veranstaltung versichert wurde, daß der eingesandte Bericht unzutreffend sei, kam es zu keiner Verurteilung.

Quelle: Magnus Schwantje, Hans Paasche – Sein Leben und Wirken, Berlin 1921, Seite 11 ff.

Buch 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts

Ende letzten Jahres erschien bei S. Fischer das Buch 1913 – Die Geschichte eines ungeheuren Jahres. Der Autor Florian Illies präsentiert seinen Lesern darin einen Blumenstrauß von echten und konstruierten Ereignissen. Die Einleitung „1913: ein Moment höchster Blüte, ein Jahr, in dem alles möglich scheint“ trügt nicht. Natürlich findet auch der freideutsche Jugendtag in diesen Momentaufnahmen Erwähnung. Selbst wenn sich mindestens im Nebel des Meißnerberichtes einige Fehler eingeschlichen haben, möchten wir die monatlichen Schnipsel des Buches nutzen, um das Jahr 1913 uns allen noch greifbarer zu machen. Im Januar lesen wir …

…, wie ein „leicht verwahrloster“ Mann namens Stavos Papadopolus am Wiener Nordbahnhof dem Zug aus Krakau entsteigt. Kein ungewöhnlicher Vorgang für einen Großstadtbahnhof, wenn hinter Stavos nicht Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili kurz Stalin stecken würde. Diese Reiseanekdote wird mit der gleichzeitigen Anwesenheit eines anderen nicht minder „verwahrlosten“ Genossen, seiner Zeit mittelloser Maler, gewürzt. Sigmund Freud, der ebenfalls in der Stadt weilt, hätte sicher seine Freude an den imaginären Begegnungen im Stadtpark Schönbrunn gehabt. Ob sein damals reifendes Werk Totem und Tabu und insbesondere dessen Untertitel Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker von dieser Nähe der besonderen Art beeinflußt wurde, bleibt im Buch unerwähnt. Ganz gewiß aber schleicht eine Katze um Freuds Couch in der Wiener Bergstraße. Was Kafka, Jünger, Mann, Rilke, der zehnjährige Adorno und der doppelte Lutz derweil anstellen, könnt ihr selber nachlesen.

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januar 2013

4.-6. Januar 2013 |  Überbündische Winterbauhütte auf der LU

Vom 4. bis 6. Januar 2013 findet auf Burg Ludwigstein die alljährliche Winterbauhütte statt.

Die Winterbauhütte ist mit 150 bis 200 Teilnehmern das größte Bau- und Renovierungstreffen im Jahreslauf. Das Burgbüro lenkt die Burg dazu vollständig von Gästen frei, so daß von dem turbulenten Treiben niemand gestört wird, und die Gruppen nutzen die Gelegenheit, um ihre Räume zu gestalten und die Burg auf die nächste Saison vorzubereiten.

Am 5. Januar 2013 findet um 21 Uhr im Meißnersaal der Jugendburg Ludwigstein die 17. RingVorlesung statt. Passend zur Winterbauhütte heißt das Thema „Jugend in Verantwortung“.

15. Januar 2013 |  Einsendeschluß für Deutschen Jugendvideopreis 2013

Einsendeschluß beim Deutschen Jugendvideopreis ist der 15. Januar 2013. Online-Anmeldungen sind bis 15. Januar 2013, 23.59 Uhr möglich. Anschließend müssen die Filme und der ausgedruckte und unterschriebene Teilnahmebogen per Post geschickt werden. Bei Teilnahme mit handausgefülltem Teilnahmebogen gilt das Datum des Poststempels.

26.-27. Januar 2013 | Vorbereitungstreffen Meißnerfahrt 2013 in Wolfshausen

Ein Vorbereitungstreffen zur weiteren Besprechung der Inhalte und Angebote der Meißnerfahrt findet vom 26.-27. Januar 2013 in Wolfshausen in der Nähe von Marburg statt.

Alle interessierten Bünde, Gruppen und Personen sind aufgerufen, sich einzubringen und die Inhalte der Fahrt aktiv mitzugestalten. Die Anreise ist bereits am Freitagabend möglich. Übernachtung und Verpflegung sind für die Teilnehmer kostenfrei.

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